Schützen und Begleiten

Schützen und Begleiten

Eine Initiative zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Freien evangelischen Gemeinden

Wir glauben, dass der Mensch als Ebenbild Gottes erschaffen wurde, von Gott bedingungslos geliebt und angenommen ist. Diese Ebenbildlichkeit gilt von Geburt an und muss nicht durch bestimmte Leistungen erarbeitet werden. Vielleicht liegen die Kinder Jesus gerade deswegen so sehr am Herzen, weil an ihnen deutlich wird, wie wenig man dazu beitragen muss, um ein Teil des Reiches Gottes zu sein.

„Wer solch ein Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf“ (Matthäus 18, 5), sagt Jesus zu seinen Jüngern. Dieses Herzensanliegen Jesu haben wir uns in unseren Gemeinden zu unserem eigenen gemacht und so genießt die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Freien evangelischen Gemeinden seit jeher einen hohen Stellenwert. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen lebt durch vertrauensvolle Beziehungen von Menschen untereinander und der Beziehung zu Gott. Durch diese Beziehungen wollen wir jungen Menschen Selbstbewusstsein vermitteln, ihre Identität stärken und sie befähigen, eine gesunde Beziehung zu Gott, ihren Nächsten und zu sich selbst zu entwickeln und zu leben. Die Mitarbeitenden in diesem Bereich zeichnet zumeist eine hohe Kreativität, ein liebevolles Handeln und ein hohes Bewusstsein von Verantwortung und Verbindlichkeit aus. Angesichts von immer mehr Berichten über Gewalt und Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in der Gesellschaft erscheint die christliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Gemeinden vielen immer noch automatisch als ein Ort der Sicherheit. Man lebt Beziehungen, man kennt sich, daher scheint Missbrauch und Gewalt keine Gefahr darzustellen. Dabei bietet gerade diese Lebensform ein hohes Potential für Gewalt und Missbrauch.

Gemeinde lebt von Beziehungen. Wir sind auf ständige Kommunikation angewiesen. Leben in Beziehungen braucht sowohl Nähe und Vertrautheit, zugleich aber auch Distanz und Respekt. Je intensiver, näher und vertrauter eine Beziehung, desto größer die Gefahr des Missbrauchs, zum Beispiel durch den Versuch, den Anderen zu manipulieren.“ (aus: MitGedacht 1/2003 zum Thema „Gewalt“)
Damit Gemeinden zu Orten werden können, an denen Kinder und Jugendliche tatsächlich ihre eigene Persönlichkeit, eine gesunde Beziehung zu Gott, ihren Nächsten und zu sich selbst entwickeln und leben können, bedarf es einen sicheren Rahmen und vertrauensvolle Beziehungen. Viele Gemeinden sagen zu dem Thema: „Wir brauchen keine Schulungen zu dem Thema, Missbrauch ist bei uns kein Thema.“ Das Tragische an der Sache: Gemeinden, in denen Prävention und das Thema „Kindeswohl“ kein Thema sind, sind besonders gefährdete Orte, denn Täter haben hier nichts zu befürchten. Opfer hingegen werden nicht sprachfähig, bzw. besitzen von vornherein keine Glaubwürdigkeit. Aus diesem Grund dürfen wir nicht nachlassen und möchten mit der Initiative zum Schutz vor Gewalt und Missbrauch ein Bewusstsein für die Problematik schaffen und das Thema „zur Sprache“ bringen. Sicherheit benötigt transparente Regeln im Umgang miteinander, die Mitarbeitenden bekannt sind und umgesetzt werden.

Daher haben wir beschlossen, alle Mitarbeiter eine Selbstverpflichtungserklärung unterschreiben zu lassen und diese zu besprechen. Dieser Mitarbeiter Kodex soll zu einem Standard in unserer Kinder- und Jugendarbeit werden

Informationen und Material gibt es bei
Zum Download (=Datei in der Anlage)

Joachim Lang

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